Veranstaltung: Seenotrettung – Was können wir tun? (11.10.2019)

Veranstaltung: Seenotrettung – Was können wir tun? (11.10.2019)

Nobby G.
Allgemein

Vortrag und Workshop

Freitag, 11.10.2019, 18 Uhr

Münchner Flüchtlingsrat, Goethestraße 53, 80336 München, Raum 006

Weltweit sind so viele Menschen wie nie zuvor auf der Flucht. Auch wenn die Zahlen der im Mittelmeer umgekommenen Menschen seit 2017 rückläufig sind, ertrinken direkt vor den Toren Europas weiterhin täglich Menschen auf der Suche nach einem besseren Leben. Bis 2. August wurden in diesem Jahr 840 Ertrunkene registriert. Klar ist: Jeder Tod ist einer zu viel und nicht hinnehmbar!

Nachdem die italienische Seenotrettungsleitstelle seit letztem Jahr konsequent an die sogenannte „Libysche Küstenwache“ verweist, hat sich die Situation in der Rettungszone deutlich verschärft. Inzwischen gibt es nur noch wenige NGOs, die weiterhin im Mittelmeer aktiv sind. Sie sind zunehmender Festsetzung ihrer Schiffe und der Kriminalisierung ihrer Crews ausgesetzt. Die „Alan Kurdi“ der Organisation Sea-Eye e.V. ist noch eines der wenigen freien Schiffe. Sea-Eye fuhr mit eigenen Schiffen 65 Missionen und rettete bis heute 14.621 Menschenleben.

Doch was zwingt Menschen überhaupt dazu ihre Heimat zu verlassen? Weshalb erhoffen sie sich ein besseres Leben in Europa? Wie läuft ein Rettungseinsatz einer NGO im Mittelmeer ab und wie erlebt eine geflüchtete Person selbst eine derartige Überfahrt und Rettungsaktion? Diesen und weiteren Fragen möchten wir im Rahmen dieser Veranstaltung nachgehen und dabei auch einen Blick darauf werfen, wie jeder einzelne von uns solidarisch leben und aktiv werden kann, um Fluchtursachen und damit auch weitere Tote im Mittelmeer zu verhindern.

1. Teil: Vorträge (ca. 90 Minuten)
• Iris Hüttner: Journalistin und Sea-Eye-Aktivistin, war 4 Wochen für Sea-Eye auf Malta und arbeitete in einer NGO zur Verhinderung von Fluchtursachen. Sie gibt einen Input zu rechtlichen Grundlagen und Fluchtursachen.

• Ralph Götting: Paramedic, war im Mittelmeer bei Missionen von Sea-Eye dabei und trainiert die Crews für ihre Einsätze. Er liefert einen kurzen Bericht seiner letzten Mission auf der „Aland Kurdi“ (25. August bis 14. September).

• Filimon Mebrhatom: Journalist und Kameramann, floh als Jugendlicher aus Eritrea und wurde 2014 von der italienischen Marine aus dem Mittelmeer gerettet. Er liest aus seinen Fluchtaufzeichnungen (in deutscher Sprache).

2. Teil: Workshop – Was kann ich tun? (ca. 20 Minuten)
Im anschließenden Workshop möchten wir der Frage nachgehen, welchen Beitrag jede/r einzelne von uns zur Verhinderung von Fluchtursachen im Alltag leisten kann. Hierfür wird zunächst ein Blick auf den Begriff „Flüchtling“ geworfen und über die 17 Sustainable Development Goals der Vereinten Nationen informiert. Ziel ist es auf interaktive Weise die Teilnehmenden zum aktiven Handeln zu motivieren.

Der Eintritt ist frei, wir freuen uns über Spenden.

Anmeldungen bitte per Mail an kampagne@save-me-muenchen.de