2500 irakische Flüchtlinge für Deutschland

Im Jahr 2008 hat sich die Bundesregierung, auf Drängen von UNHCR (Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen), dazu bereiterklärt irakische Flüchtlinge in Deutschland aufzunehmen, die zuvor in Syrien und Jordanien Zuflucht gesucht hatten. Viele von ihnen  brachten dort mehrere Jahre zu - ohne Perspektive oder Rückkehrchancen. Geknüpft war die Aufnahme von irakischen Flüchtlingen an die Bedingung, dass auch andere Länder der Europäischen Union Flüchtlinge aufnehmen - insgesamt 10 000 Iraker. Trotz der Zusagen der europäischen Staaten blieb die europaweite Aufnahme weit hinter den Versprechungen zurück. Nur etwa 4000 Iraker fanden eine neue Heimat in Europa - davon 2500 in Deutschland. Ausgewählt wurden die Flüchtlinge von UNHCR auf Grund ihrer Schutzbedürftigkeit:

- alleinstehende Frauen/alleinerziehende Mütter

- unbegleitete Flüchtlingskinder

- Alte und kranke Flüchtlinge

- Traumatisierte und Folteropfer

- verfolgte Minderheiten

Sie alle haben gemeinsam, dass sie weder eine Perspektive im Erstaufnahmeland (Syrien/Jordanien) hatten, noch in den Irak zurückkehren können.

2010 hat die Bundesregierung zusätzlich dazu 50 iranische Flüchtlinge aus der Türkei aufgenommen, die im Zuge der Grünen Revolution ihr Land verlassen mussten. Außerdem sind 100 Flüchtlinge innerhalb einer EU-weiten Verteilung,im sogenannten Relocation-Verfahren, von Malta nach Deutschland gekommen. Sie stammen ursprünglich aus Sudan, Eritrea, Somalia... . Dieses Jahr soll ein weiteres Kontingent von 150 Flüchtlingen aus Malta folgen.

Was seitdem passiert ist

Mehr als zwei Jahre ist es her, dass die ersten der 2500 irakischen Kontingentflüchtlinge in Deutschland angekommen sind. 127 von ihnen haben in München eine neue Heimat gefunden und hier ein neues Leben begonnen. Neben einer dreijährigen Aufenthaltserlaubnis hatten sie gleich nach ihrer Ankunft die Möglichkeit, in eine Wohnung zu ziehen, einen Integrationskurs zu besuchen und zu arbeiten. Zusätzlich zu den Resettlement-Flüchtlingen kamen auch 100 Relocation-Flüchtlinge afrikanischer Herkunft nach Deutschland, die zuvor in Malta Asyl beantragt hatten. Fünf von ihnen wohnen in München, sie alle sind Somalier.

Der Alltag in München

Die meisten der Neuankömmlinge lernen noch Deutsch. Einige sind jedoch auch schon ganz konkret auf Arbeitssuche. Alle Familien haben inzwischen eine eigene Wohnung gefunden und sind aus dem Übergangswohnheim in Englschalking ausgezogen. Save me Paten helfen ihnen dabei, sich in München zurechtzufinden: Die ehrenamtlichen unterstützen beim Deutschlernen oder den Hausaufgaben, bei Behördenangelegenheiten oder anderen Alltagsproblemen und inzwischen haben sich auch Freundschaften entwickelt.

Eine Patin erzählt

„Für mich als Neu-Münchnerin ist save me eine tolle Möglichkeit aktiv zu sein und nette Leute in München kennen zu lernen. Das hat auch geklappt: Durch das Deutschlernen mit „meiner“ irakischen Familie und das gemeinsame Zurechtfinden im deutschen Bürokratie-Dschungel hat sich langsam eine Freundschaft entwickelt. Ich freue mich darauf, mit meiner tollen Familie München noch besser zu erkunden!“ (Lena, 31)

Genau solche Begegnungen hatten wir zu Beginn des Patenprojekts vor Augen. Das Konzept der Kampagne ist also genau aufgegangen.

Das Engagement der save me PatInnen

Viele Ehrenamtliche haben die irakischen Flüchtlinge seit ihrer Ankunft unterstützt. Zum Beispiel bei der Hausaufgabenhilfe, die vier Mal die Woche in der Unterkunft stattfindet. Aber auch die Wohnungssuche war für die Iraker und ist für die Somalier ein großes Thema, denn ohne Deutschkenntnisse ist es in München unmöglich, eine Bleibe zu finden. Wir suchen weiterhin Kontakte zu kooperationsbereiten Vermietern und Maklern, um auch andere Familien bei der Wohnungssuche zu helfen. Wenn auch Sie uns unterstützen wollen, fragen Sie in Ihrem Bekanntenkreis nach. Hängen Sie in Ihrem Haus einen Wohnungsaufruf aus oder melden Sie sich bei uns. Die Notunterkunft, in der die irakischen und somalischen Flüchtlinge untergekommen sind, wird vom Caritas Sozialdienst betreut.

Sind die Flüchtlinge in eigene Wohnungen gezogen, stehen ihnen dort Familienpaten zur Seite, die sie bei  Alltagsangelegenheiten unterstützen: Sie helfen ihnen durch den Behördendschungel, lernen mit ihnen Deutsch, helfen den Kindern bei den Hausaufgaben oder zeigen ihnen die Stadt.