Münchner Merkur, 05.05.2008
Viele Münchner wollen Flüchtlingen helfen
tionen die „Resettlement-Kampagne" (siehe Kasten). „Mit so einem großen Erfolg innerhalb kurzer Zeit haben wir nicht gerechnet", freut sich Weinzierl.
In der Politik ist das Vorhaben nicht sofort auf offene Ohren gestoßen. Doch mit der Unterstützung der Öffentlichkeit wachse auch der Druck auf die Politik, so Weinzierl. Dem am 19. Juni anstehenden Stadtratsbeschluss, der über den Antrag zur Flüchtlingsaufnahme entscheidet, sieht er gelassen entgegen. Bei einem positiven Bescheid müssten nur noch die Hürden Freistaat und Bundesinnenministerium genommen werden.
Unter den Paten sind Menschen unterschiedlichster Altersstufen, Berufsgruppen und sozialer Herkunft. Sabine Wimberger (39j) hat im Internet von „Save Me" erfahren: „Ich bin beruflich sehr eingespannt und wollte mich schon immer mal Sozial einsetzen. Ich glaube, das ist eine spannende Herausforderung." Auch die Münchner Lehrerin Silke Dürrmann (36) ist begeistert: „Ich mache mit, weil im Kommunalwahlkampf zu viele fremdenfeindliche Plakate im Stadtbild aufgetaucht sind und ich mich praktisch und nicht nur theoretisch gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen möchte."
Resettlement
Resettlement bedeutet die dauerhafte Aufnahme und Integration von Flüchtlingen aus Krisenregionen durch sichere Staaten.
Schutzbedürftige Flüchtlinge werden bereits in den Krisengebieten ausgewählt und in ein Aufnahmeland gebracht, wo sie eine
Aufenthaltserlaubnis bekommen und integriert werden. Für diese Flüchtlinge bedeutet das, dass sie aus der unsicheren Situation in Flüchtlingslagern herausgeholt werden und einen sicheren Ort und eine Lebensperspektive bekommen. von VALENTINA HORCH

