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Münchner Merkur, 05.05.2008

Viele Münchner wollen Flüchtlingen helfen

„Die Leute rennen uns die Türen ein", freut sich Matthias Weinzierl, Geschäftsführer des Bayerischen Flüchtlingsrates. Drei Monate nach Aktionsbeginn im Februar habe man bereits die Hälfte an Paten gewinnen können, die gebraucht werden. Wer sich im Internet unter www.save-me-muenchen.de als Pate einträgt, erklärt sich bereit, einem der Flüchtlinge einen guten Start in seiner neuen Heimat zu ermöglichen, indem er ihn etwa beim ersten Behördenkontakt unterstützt oder ihm die Stadt zeigt. Zudem unterstützen außer den „Save me"-Gründern (Flüchtlingsrat, Münchner Kammerspiele und die Organisation „refugio") mittlerweile zahlreiche weitere Institu-
tionen die „Resettlement-Kampagne" (siehe Kasten). „Mit so einem großen Erfolg innerhalb kurzer Zeit haben wir nicht gerechnet", freut sich Weinzierl.

In der Politik ist das Vorhaben nicht sofort auf offene Ohren gestoßen. Doch mit der Unterstützung der Öffentlichkeit wachse auch der Druck auf die Politik, so Weinzierl. Dem am 19. Juni anstehenden Stadtratsbeschluss, der über den Antrag zur Flüchtlingsaufnahme entscheidet, sieht er gelassen entgegen. Bei einem positiven Bescheid müssten nur noch die Hürden Freistaat und Bundesinnenministerium genommen werden.

Unter den Paten sind Menschen unterschiedlichster Altersstufen, Berufsgruppen und sozialer Herkunft. Sabine Wimberger (39j) hat im Internet von „Save Me" erfahren: „Ich bin beruflich sehr eingespannt und wollte mich schon immer mal Sozial einsetzen. Ich glaube, das ist eine spannende Herausforderung." Auch die Münchner Lehrerin Silke Dürrmann (36) ist begeistert: „Ich mache mit, weil im Kommunalwahlkampf zu viele fremdenfeindliche Plakate im Stadtbild aufgetaucht sind und ich mich praktisch und nicht nur theoretisch gegen Fremdenfeindlichkeit einsetzen möchte."

Resettlement

Resettlement bedeutet die dauerhafte Aufnahme und Integration von Flüchtlingen aus Krisenregionen durch sichere Staaten.

Schutzbedürftige Flüchtlinge werden bereits in den Krisengebieten ausgewählt und in ein Aufnahmeland gebracht, wo sie eine

Aufenthaltserlaubnis bekommen und integriert werden. Für diese Flüchtlinge bedeutet das, dass sie aus der unsicheren Situation in Flüchtlingslagern herausgeholt werden und einen sicheren Ort und eine Lebensperspektive bekommen.                      von VALENTINA HORCH

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