Ein bisschen Fasching, Quizshow, Improtheater und Benefizabend, ein
echter Bastard also, das war „Save me - Die Galashow". Damit richteten
die Münchner Kammerspiele für die Kampagne „Save me", die von Münchner
Organisationen wie Flüchtlingsrat, Refugio e.V. oder Pro Asyl
unterstützt wird, im Rahmen des Festivals „Doing Identity - Bastard
München" den Auftakt aus. Ziel der Aktion ist es, die Stadt anlässlich
ihres 850. Geburtstags zur Aufnahme von 850 Flüchtlingen zu bewegen und
ebenso viele Bürger als Paten zu finden. 121 haben sich schon im
Internet (save-me-muenchen.de) eingetragen, darunter Nobelpreisträgerin
Elfriede Jelinek und Schriftstellerin Lena Gorelik. Menschen in
Krisengebieten, vor allem schwächeren wie Kindern, Alten und Kranken,
soll mit einer gesicherten Einreise die gefährliche Flucht und die
lange Wartezeit für Integrationskurse erspart werden. Derartige
Flüchtlingsprogramme betreiben etwa die USA, aber bisher noch wenige
europäische Staaten.
Dem Thema entsprechend makaber das Quiz, das Bernd Moss virtuos
moderierte. Gewinnerin eines Aufenhalts im Asylbewerberheim wurde
Schauspielerin Anna Böger, die mit abgefeimter Ratetaktik René Dumont
und Tabea Bettin auf die Plätze verwies. Erkennbar schwer taten sich
aber alle, die Kosten für eine illegale Überfahrt einzuschätzen oder
den Namen der europäischen Grenzsicherungs-Agentur Frontex
herauszufinden.
dil