UNHCR, 11.12.2010
save me - face me - welcome me' in München
München - Die 2.500 irakischen Flüchtlinge, die innerhalb des UNHCR-Resettlement-Programms nach Deutschland gekommen sind, werden in vielen Städten von ehrenamtlichen Paten begleitet. In der Wanderausstellung 'save me - face me - welcome me', für die Elfriede Jelinek die Schirmherrschaft übernommen hat, bekommt das Thema ein Gesicht. Erste Station war München.
Karolin macht schon lange mit bei der save me Kampagne, die die Bundesregierung zur Teilnahme am UNHCR-Resettlement-Programm bewegen will. Mit ihren erst 19 Jahren ist sie selber Patin der save me Idee, "weil wir nicht nur verantwortlich sind für das, was wir tun, sondern auch für das, was wir nicht tun."
Was ist Resettlement? Und wer kommt da überhaupt? Um auf solche Fragen Antworten zu geben, hat save me München sechs Monate lang an einer Wanderausstellung zum Thema Resettlement gearbeitet und die Aufnahme von 2.500 irakischen Flüchtlingen in Deutschland in Bild und Text festgehalten.
Samer, Basma, Dina und Mohammed sind irakische Kinder, die mit ihren Familien nach Deutschland gekommen sind und die Eindrücke ihrer neuen Heimat in Fotos festgehalten haben. Man sieht weite Felder mit viel Himmel und einer Wolke, die Samer so gerne mag oder ein Kreuz am Wegesrand, an dem Basma jeden Tag auf dem Weg zur Schule vorbeigeht. Auf einem anderen Bild grinst Dinas rothaariger Bruder frech in die Kamera: er mag die deutschen Spielplätze "weil es dort so viel Platz gibt". Und wenn man das Bild vom See genauer betrachtet, an dessen Ufer Mohammeds Familie sitzt, kann man sich Deutschland aus einem ganz besonderen Blickwinkel nähern.
Samer, Basma, Dina und Mohammed sind auch Teil des save me Kampagne in München, die zur Ausstellungseröffnung ins Gartenhaus der Kunst gekommen sind. Hier konnte man bis zum 11. Dezember 2010 lang nicht nur lesen, sondern auch hören, sehen, erleben, sich informieren und beteiligen. UNHCR hat die Ausstellung mit einem original Flüchtlingszelt unterstützt, das bereits in Krisengebieten im Einsatz war, um den Besuchern zu zeigen, wie eng und einfach viele Flüchtlinge wirklich leben müssen.
Bereits 2008 hatten sich der Bayerische Flüchtlingsrat, der Münchner Flüchtlingsrat, Refugio und die Münchner Kammerspiele anlässlich des 850. Geburtstags der Stadt München für die Aufnahme von 850 Flüchtlingen stark gemacht, die über das UNHCR-Resettlement-Programm nach München kommen sollten.
Die Initiatoren der save me Kampagne versprachen, 850 Paten für diese Flüchtlinge zu finden. Der entsprechende Stadtratsbeschluss zur Aufnahme von Flüchtlingen wurde im Stadtrat angenommen. Parallel dazu stimmte die Bundesregierung der einmaligen Aufnahme von 2.500 Irakern über UNHCR zu. Zwar sind nicht 850, sondern nur etwa 127 von ihnen nach München gekommen, dennoch hat die bayerische Landeshauptstadt ein Zeichen gesetzt, das von vielen anderen Städten aufgenommen wurde und den insgesamt 7.000 save me Aktivisten in Deutschland Mut gemacht.
Heute beteiligen sich schon 56 lokale Initiativen an der save me Kampagne. 33 Städte haben bereits eigene Stadtratsbeschlüsse zur Aufnahme von Flüchtlingen verabschiedet. 'save me - face me - welcome me' soll Aufklärungsarbeit auch in anderen Städten und Gemeinden leisten, damit Flüchtlinge in Deutschland schneller und besser integriert werden können.
Text: Sarah Hergenröther, save me München.
Bild: Ana-Maria Rodriguez.
http://www.unhcr.de/aktuell/einzelansicht/browse/22/article/5/save-me-face-me-welcome-me-in-muenchen.html

