Was ist Resettlement

9. A young woman cooks the evening meal. / UNHCR / P. Wiggers / March 2009

Die Ausgangssituation

Wenn Kriege oder Katastrophen Menschen zur Flucht zwingen, schaffen sie es oft nur in benachbarte Regionen. Diese sind meist mit dem enormen Andrang überfordert. Weltweit sitzen Hunderttausende am Rande von Krisengebieten in Lagern fest, ohne eine Perspektive auf ein menschenwürdiges Leben. Nur ein kleiner Teil der Flüchtlinge kann und will sich auf den lebensgefährlichen Weg nach Europa einlassen. Ohne Hilfe von außen finden viele keinen Schutz.

 

Die sichere Alternative für Flüchtlinge

Hier greift das Resettlement-Programm. Resettlement meint die Aufnahme, d. h. die dauerhafte Neuansiedlung besonders schutzbedürftiger Flüchtlinge, die weder in dem Staat, in dem sie Zuflucht gesucht haben dauerhaft eingegliedert werden können, noch aufgrund der Verhältnisse in ihrem Herkunftsstaat dort auf absehbare Zeit zurückkehren können bzw. eine Rückkehr nicht zumutbar ist. Als besonders schutzbedürftig gelten hierbei alleinstehende und alleinerziehende Frauen, unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, Traumatisierte und Folteropfer, alte und kranke Flüchtlinge sowie verfolgte Minderheiten. Für diese Personen ist es fast unmöglich, die Strapazen einer Flucht auf sich zu nehmen, um Schutz in einem sicheren Staat zu suchen. Sie erhalten durch das Resettlement-Programm die Möglichkeit, auf einem sicheren Weg dauerhaften Schutz in einem zur Aufnahme bereiten Drittstaat zu bekommen.

 

Warum ist Resettlement wichtig?

Das Resettlement-Programm bietet geflüchteten Menschen eine sichere Alternative und verhindert gefährliche Fluchten und Überfahrten – und damit vor allem weitere Tote. Zudem ist es ein Mittel, um gegen Schlepper- und Schleuserbanden vorzugehen – und oftmals die einzige Lösung, um Menschen dauerhaft Schutz zu bieten und ihnen eine neue menschenwürdige Zukunft in Frieden zu ermöglichen. Durch die Aufnahme in einen Industriestaat erhalten die Schwächsten unter den Flüchtlingen die Chance auf ein normales Leben.

Der aufnehmende Drittstaat gewährt den Geflüchteten dabei vollen Flüchtlingsschutz. Sie erhalten von Anfang an Sprach- und Integrationskurse sowie eine Arbeitsgenehmigung und intensive Betreuung, haben Anspruch auf Sozialleistungen und erhalten so die Möglichkeit sich in die Gesellschaft zu integrieren.

Resettlement sieht sich als eine Ergänzung des Flüchtlingsschutzes, welche in besonderen Notlagen greifen soll und nicht als eine Alternative zum bekannten Asylverfahren. Resettlement allein wird sicher nicht die Lösung für die weltweite Flüchtlingsproblematik sein, aber ist die Rettung für viele Menschen. Lange, gefährliche und teure Fluchtwege können so vermieden werden. Nach wie vor müssen Flüchtlinge jedoch das Recht haben, an europäischen Grenzen Schutz und Asyl zu fordern. Resettlement setzt jedoch ein deutliches Signal gegen Ausgrenzung, Anfeindung und Abschottung von Flüchtlingen!